Waldbrandstufen 1 bis 5 erklärt

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berechnet täglich den Waldbrandgefahrenindex (WBI): eine Einschätzung in fünf Stufen, wie leicht ein Feuer im Wald entstehen und sich ausbreiten kann. Hier lesen Sie, was jede Stufe bedeutet, wie sie berechnet wird und was sie rechtlich bedeutet (und was nicht).

Die fünf Stufen im Überblick

Stufe 1
Sehr geringe Gefahr. Ein Waldbrand ist bei dieser Stufe unwahrscheinlich. Normale Vorsicht im Wald genügt.
Stufe 2
Geringe Gefahr. Die Gefahr ist gering, trockenes Material kann sich aber lokal entzünden. Kein offenes Feuer im Wald.
Stufe 3
Mittlere Gefahr. Erhöhte Aufmerksamkeit: Bodenvegetation und Streu sind trocken genug, um Feuer zu fangen. Viele Kreise verschärfen ab dieser Stufe die Regeln.
Stufe 4
Hohe Gefahr. Brände entstehen leicht und können sich schnell ausbreiten. Grill- und Feuerverbote sind wahrscheinlich, teils werden Waldgebiete gesperrt.
Stufe 5
Sehr hohe Gefahr. Höchste Warnstufe: Schon ein Funke kann einen Großbrand auslösen. Verbote und Sperrungen der Behörden unbedingt beachten.

Wie berechnet der DWD den Index?

Der WBI (fachlich: Modell M-68) kombiniert Wettergrößen, die bestimmen, wie trocken und entzündlich das Material am Waldboden ist: Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit, Niederschlag der vergangenen Tage und die eingestrahlte Sonnenenergie. Daraus entsteht für jede Wetterstation ein Tageswert von 1 bis 5, inklusive einer Vorhersage für die folgenden Tage. Der Index beschreibt vor allem die Gefahr in Nadelwäldern mit trockener Streu, dem brandgefährlichsten Waldtyp in Deutschland.

Berechnet wird der Index in der Waldbrandsaison, etwa von März bis Oktober. Im Winter ruht die Berechnung weitgehend; diese Website zeigt dann „keine aktuelle Berechnung" an.

Index ist nicht gleich Verbot

Wichtig zu verstehen: Der DWD-Index ist eine meteorologische Einschätzung, keine Rechtsvorschrift. Verbindliche Regeln entstehen auf zwei anderen Ebenen:

  • Gesetzliche Dauerregeln: Die Waldgesetze der Länder verbieten offenes Feuer im Wald grundsätzlich, meist auch innerhalb von 100 Metern vom Waldrand, und in den meisten Ländern das Rauchen im Wald (ganzjährig oder vom 1. März bis 31. Oktober).
  • Anlassbezogene Verbote: Bei hoher Gefahr sprechen Landkreise oder Länder per Allgemeinverfügung Grillverbote aus, sperren Feuerstellen oder in Extremfällen ganze Waldgebiete. Viele orientieren sich dabei an den Gefahrenstufen.

Einige Bundesländer, allen voran Brandenburg, veröffentlichen zusätzlich eigene amtliche Waldbrandgefahrenstufen (ebenfalls 1 bis 5), die auf eigenen oder den DWD-Berechnungen beruhen. Für amtliche Maßnahmen in diesen Ländern ist die Landes-Stufe maßgeblich; die Werte liegen in der Praxis meist nah beieinander.

Waldbrandgefahr und Graslandfeuer

Neben dem Wald-Index berechnet der DWD auch einen Graslandfeuerindex für offenes, nicht abgeschattetes Gelände mit abgestorbenem Gras. Der ist vor allem im Frühjahr relevant, wenn dürres Altgras vom Vorjahr in der Sonne austrocknet, bevor das neue Grün wächst. Diese Website zeigt den Wald-Index; in der Fläche laufen beide oft parallel.

Prüfen Sie die aktuelle Stufe für Ihren Kreis oder auf der Deutschlandkarte.

Häufige Fragen

Wer legt die Waldbrandstufe fest?

Den Waldbrandgefahrenindex (WBI) berechnet der Deutsche Wetterdienst täglich aus Wetterdaten. Einige Bundesländer, etwa Brandenburg, geben zusätzlich eigene amtliche Waldbrandgefahrenstufen heraus, die auf denselben oder ähnlichen Berechnungen beruhen. Verbote und Sperrungen sprechen Landkreis oder Land aus.

Ab welcher Stufe darf ich nicht mehr grillen?

Das regelt nicht die Stufe selbst, sondern der Landkreis oder das Bundesland. Im Wald ist offenes Feuer ohnehin ganzjährig verboten. Öffentliche Grillplätze außerhalb des Waldes werden vielerorts ab Stufe 4 gesperrt, teils schon ab Stufe 3. Maßgeblich ist die Bekanntmachung Ihrer Kommune.

Wie oft wird die Stufe aktualisiert?

Der DWD berechnet den Index einmal täglich, in den frühen Morgenstunden, inklusive einer Vorhersage für die folgenden Tage. Diese Website übernimmt die Werte täglich aus den offenen Daten des DWD.

Gilt der Index auch im Winter?

Der Waldbrandgefahrenindex wird vor allem für die Waldbrandsaison von etwa März bis Oktober berechnet. Im Winter ruht die Berechnung weitgehend; diese Website zeigt dann an, dass keine aktuelle Berechnung vorliegt.