Verhalten im Wald bei Waldbrandgefahr

Über 95 Prozent der Waldbrände in Deutschland gehen direkt oder indirekt auf den Menschen zurück: Fahrlässigkeit, weggeworfene Zigaretten, heiße Fahrzeuge, Glasscherben-Mythen ausgenommen, gelegentlich Brandstiftung. Die gute Nachricht: Mit wenigen Regeln lässt sich fast jeder dieser Brände verhindern.

Die Grundregeln, immer

  • Kein offenes Feuer im Wald. Kein Lagerfeuer, kein Grill, kein Gaskocher, außer an offiziell freigegebenen Stellen.
  • Nicht rauchen. In den meisten Bundesländern im Wald gesetzlich verboten, meist vom 1. März bis 31. Oktober oder ganzjährig. Zigarettenreste niemals wegwerfen, auch nicht „ausgedrückt".
  • Richtig parken. Nur auf befestigten Flächen. Heiße Katalysatoren und Auspuffanlagen können trockenes Gras unter dem Fahrzeug entzünden. Waldeinfahrten und Zufahrtswege freihalten: Sie sind Rettungswege der Feuerwehr.
  • Nichts liegen lassen. Müll gehört mitgenommen; Flaschen und Scherben verunstalten den Wald, auch wenn der „Brennglas-Effekt" in der Praxis kaum Brände auslöst.

Zusätzlich bei Stufe 3 und höher

  • Auf den befestigten Wegen bleiben; abseits liegt das trockenste Material.
  • Auf alles verzichten, was Funken oder Hitze erzeugt, auch E-Bike-Akkus nicht in praller Sonne im Trockengras laden und keine Maschinenarbeiten (Flexen, Mulchen) am Waldrand, wenn sie aufschiebbar sind.
  • Hinweise vor Ort ernst nehmen: gesperrte Grillplätze, Schranken, Warnschilder der Forstbehörde.
  • Bei Stufe 5 gefährdete Gebiete ganz meiden, wenn die Behörden dazu aufrufen; vereinzelt gelten förmliche Betretungsverbote.

Rettungspunkte: Ihr Standort für den Notfall

An vielen Waldwegen stehen kleine Schilder mit einer Buchstaben-Zahlen-Kombination: Rettungspunkte. Sie sind bei den Leitstellen hinterlegt. Merken Sie sich beim Waldbesuch die letzte Nummer, dann können Sie im Notfall exakt sagen, wo Hilfe gebraucht wird. Alternativ funktionieren die Koordinaten aus einer Karten-App oder die Standortfreigabe des Smartphones.

Wenn Sie Rauch oder Feuer sehen

  1. 112 anrufen, auch bei kleinen Feuern und „nur" Rauch. Früh gemeldete Brände bleiben klein.
  2. Standort so genau wie möglich durchgeben: Ort, Waldgebiet, Wegname, Rettungspunkt.
  3. Nur einen kleinen Entstehungsbrand selbst bekämpfen (austreten, Sand, Wasser), ohne sich zu gefährden.
  4. Quer zur Windrichtung vom Feuer weggehen, nicht durch den Rauch. Andere warnen.

Ausführlich: Waldbrand melden, so geht es richtig.

Mit Hund, Pferd oder Kindern

Für Ausritte und Spaziergänge gilt nichts Besonderes, solange Sie auf den Wegen bleiben. Erklären Sie Kindern, warum Feuer und Zündeln im Wald tabu sind; Kinderfeuerzeug-Experimente gehören zu den traurig-klassischen Brandursachen. Halten Sie an heißen Tagen Wasser für den Hund bereit, und bedenken Sie, dass Waldbrandrauch für Tiere genauso gefährlich ist wie für Menschen.

Häufige Fragen

Darf ich bei hoher Waldbrandgefahr noch in den Wald?

Grundsätzlich ja: Auch bei Stufe 4 oder 5 bleibt der Wald in der Regel betretbar. Nur wenn ein Landkreis ein förmliches Betretungsverbot ausspricht, ist der Zutritt untersagt. Bleiben Sie bei hoher Gefahr auf den Wegen und verzichten Sie auf alles, was zünden könnte.

Warum soll ich nicht auf trockenem Gras parken?

Der Katalysator und die Abgasanlage eines Autos werden mehrere hundert Grad heiß. Steht das Fahrzeug über trockenem Gras oder Laub, kann sich das Material entzünden. Parken Sie deshalb nur auf befestigten Flächen und blockieren Sie nie Waldeinfahrten, die als Rettungswege dienen.

Ist Rauchen im Wald erlaubt?

In den meisten Bundesländern ist Rauchen im Wald gesetzlich verboten, teils ganzjährig, teils vom 1. März bis 31. Oktober. Weggeworfene Zigaretten gehören zu den häufigsten vermeidbaren Brandursachen.

Was sind Rettungspunkte?

Rettungspunkte sind nummerierte Schilder an Waldwegen, die als Treffpunkt für Rettungskräfte dienen. Merken Sie sich beim Waldbesuch die Nummer des letzten Punkts: Im Notfall können Sie der Leitstelle damit exakt sagen, wo Hilfe gebraucht wird.