Der Waldbrandgefahrenindex des DWD: so wird er berechnet
12. August 2026
Was der Waldbrandgefahrenindex des DWD aussagt
Der Waldbrandgefahrenindex, kurz WBI, ist die tägliche Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes zur Waldbrandgefahr in Deutschland. Er zeigt an, wie hoch das Risiko durch die aktuelle Wetterlage ist. Dabei nutzt der DWD Wetterdaten von rund 500 Stationen und ordnet die Lage in fünf Stufen ein: 1 sehr geringe Gefahr, 2 geringe Gefahr, 3 mittlere Gefahr, 4 hohe Gefahr und 5 sehr hohe Gefahr.
Wichtig ist, dass der Index eine meteorologische Einschätzung ist. Er ist kein Verbot. Ob ein Grillverbot, ein Feuerverbot oder eine Waldsperrung gilt, entscheiden Landkreis oder Bundesland. Für Waldbesucher ist der WBI deshalb vor allem ein Warnhinweis, der hilft, das Verhalten im Wald an die aktuelle Lage anzupassen.
Wenn Sie sich zusätzlich über die Bedeutung der einzelnen Stufen informieren möchten, hilft Ihnen unsere Übersicht zu den Waldbrandstufen erklärt.
Wie der DWD den Index berechnet
Die Berechnung des Waldbrandgefahrenindex basiert auf Wetterdaten. Der DWD berücksichtigt damit die Bedingungen, die für die Entstehung und Ausbreitung von Feuer wichtig sind. Entscheidend ist also nicht nur, ob es trocken ist, sondern wie die aktuelle Witterung den Wald beeinflusst. Dazu gehören zum Beispiel Trockenheit, Temperatur und weitere meteorologische Faktoren, die zusammen die Brandgefahr erhöhen oder senken können.
Der DWD stellt den Index täglich neu bereit. Das ist besonders während der Waldbrandsaison wichtig, die etwa von März bis Oktober dauert. In dieser Zeit ist die Aufmerksamkeit im Wald besonders gefragt, denn trockene Böden, warmes Wetter und Wind können die Gefahr schnell erhöhen.
Für Waldbesucher ist wichtig zu verstehen, dass der Index keine lokale Verordnung ersetzt. Ein Landkreis kann trotz eines niedrigeren Index zusätzliche Regeln erlassen, während ein Bundesland eigene amtliche Waldbrandstufen verwendet. Maßgeblich sind deshalb immer die aktuellen Hinweise vor Ort.
Die 5 Stufen des WBI einfach erklärt
Der Waldbrandgefahrenindex kennt fünf Stufen. Sie helfen dabei, die Lage leicht verständlich einzuordnen.
- Stufe 1, sehr geringe Gefahr: Die Lage ist vergleichsweise unkritisch, dennoch gelten die allgemeinen Regeln im Wald.
- Stufe 2, geringe Gefahr: Es besteht weiterhin Vorsicht, besonders bei trockenem Untergrund und offenen Flammen.
- Stufe 3, mittlere Gefahr: Das Risiko ist spürbar erhöht, umsichtiges Verhalten wird wichtiger.
- Stufe 4, hohe Gefahr: Offenes Feuer und andere Zündquellen sind besonders problematisch.
- Stufe 5, sehr hohe Gefahr: Schon kleine Unachtsamkeiten können gefährlich werden, deshalb ist besondere Vorsicht nötig.
Die Stufen helfen dabei, den Alltag im Wald richtig einzuschätzen. Wer wandert, spazieren geht oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte sich immer an die Hinweise des Waldes und der Behörden halten. Unsere Seite zum Verhalten im Wald zeigt Ihnen, wie Sie sich in der Praxis richtig verhalten.
Warum der Index für den Alltag wichtig ist
Der Waldbrandgefahrenindex ist vor allem eine Entscheidungshilfe. Er macht sichtbar, wann das Risiko steigt und wann besonders umsichtiges Verhalten nötig ist. Das betrifft nicht nur Waldbesucher, sondern auch Anwohner und alle, die in Waldnähe unterwegs sind. Schon weggeworfene Zigaretten, Feuer im Freien oder andere sorglose Handlungen können bei trockener Witterung problematisch werden.
Die große Mehrheit der Waldbrände in Deutschland geht direkt oder indirekt auf den Menschen zurück. Fahrlässigkeit und Brandstiftung sind die wichtigsten Ursachen. Blitzschlag kommt seltener vor. Das zeigt, wie stark das Risiko vom Verhalten abhängt. Der Index hilft also nicht nur bei der Einschätzung des Wetters, sondern erinnert auch daran, wie wichtig Vorsicht und Rücksicht sind.
Wenn Sie wissen möchten, welche Regeln für Grillen und offenes Feuer gelten, finden Sie weitere Hinweise auf unserer Seite zum Grillverbot.
Was im Wald grundsätzlich verboten ist
Die Waldgesetze der Länder verbieten offenes Feuer im Wald grundsätzlich. Meist gilt das auch innerhalb von 100 Metern vom Waldrand. Zusätzlich ist Rauchen im Wald in den meisten Ländern verboten, entweder ganzjährig oder zumindest in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober.
Diese Regeln gelten unabhängig davon, ob der Waldbrandgefahrenindex gerade niedrig oder hoch ist. Der WBI zeigt nur die meteorologische Lage, er ersetzt nicht das Gesetz. Deshalb sollten Sie auch an Tagen mit scheinbar geringer Gefahr keine offenen Flammen entzünden und keine Zigaretten achtlos wegwerfen.
Wenn Sie unsicher sind, ob es in Ihrer Region besondere Vorgaben gibt, informieren Sie sich immer bei Landkreis oder Bundesland. Deren amtliche Bekanntmachungen sind verbindlich.
Warum bestimmte Regionen besonders gefährdet sind
In Deutschland gibt es Regionen, die besonders häufig betroffen sind. Brandenburg gilt als das am stärksten betroffene Bundesland. Das hat mehrere Gründe: sandige Böden, ausgedehnte Kiefernwälder, geringe Niederschläge und munitionsbelastete Flächen erhöhen dort die Gefahr.
Solche regionalen Unterschiede zeigen, warum allgemeine Vorsicht allein nicht reicht. Ein deutschlandweiter Index ist nützlich, doch örtliche Bedingungen können das Risiko zusätzlich beeinflussen. Deshalb sind auch die amtlichen Waldbrandstufen der Länder wichtig. Sie ergänzen die Einschätzung des DWD und machen die Situation vor Ort noch genauer.
Wenn Sie die Lage in Ihrer Region schnell prüfen möchten, finden Sie auf unserer Karte eine übersichtliche Darstellung.
Im Ernstfall richtig handeln
Wenn Sie Rauch oder Feuer im Wald bemerken, zögern Sie nicht. Wählen Sie sofort den Notruf 112. Je schneller ein Brand gemeldet wird, desto besser sind die Chancen, dass Feuerwehr und Rettungskräfte rechtzeitig eingreifen können. Für die Standortangabe sind Rettungspunkte wichtig. Das sind nummerierte Schilder an Waldwegen, die im Notfall helfen, den genauen Ort zu beschreiben.
Bleiben Sie nach der Meldung, wenn es gefahrlos möglich ist, am Rand des Geschehens und machen Sie sich für Einsatzkräfte bemerkbar. Gehen Sie aber niemals selbst unnötige Risiken ein. Gerade bei Rauchentwicklung kann sich die Lage schnell verschlechtern.
Weitere Hinweise zum Vorgehen finden Sie auf unserer Seite Waldbrand melden.
Häufige Fragen
Ist der Waldbrandgefahrenindex ein offizielles Verbot?
Nein. Der WBI ist eine meteorologische Einschätzung des DWD. Ob Grillverbote, Feuerverbote oder Waldsperrungen gelten, entscheiden Landkreis oder Bundesland. Maßgeblich sind immer die offiziellen Bekanntmachungen vor Ort.
Wann ist Waldbrandsaison in Deutschland?
Die Waldbrandsaison liegt etwa zwischen März und Oktober. In dieser Zeit ist besondere Aufmerksamkeit sinnvoll, weil trockene Witterung und Wärme die Gefahr erhöhen können.
Was soll ich tun, wenn ich Rauch im Wald sehe?
Rufen Sie sofort die 112 an und nennen Sie den Ort so genau wie möglich. Rettungspunkte an Waldwegen können dabei helfen, den Standort schnell zu übermitteln. Gehen Sie dabei nur so nah heran, wie es für Sie sicher ist.