Feuer machen im eigenen Garten: was ist erlaubt?
1. September 2026
Feuer im eigenen Garten: worauf Sie achten sollten
Ein offenes Feuer im eigenen Garten ist in Deutschland nicht automatisch erlaubt. Maßgeblich sind immer die Regeln vor Ort, also die Bekanntmachungen von Landkreis oder Bundesland sowie mögliche zusätzliche Vorgaben Ihrer Gemeinde. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes, kurz DWD, hilft bei der Einschätzung der aktuellen Wetterlage, ist aber kein Verbot. Er zeigt täglich in fünf Stufen an, wie hoch die Waldbrandgefahr meteorologisch eingeschätzt wird.
Gerade in der Waldbrandsaison von etwa März bis Oktober ist Vorsicht wichtig. Wenn es trocken und windig ist, können schon kleine Funken gefährlich werden. Das gilt nicht nur im Wald selbst, sondern auch in der Nähe von Vegetation, Hecken oder trockenen Flächen.
Was das Waldrecht grundsätzlich verbietet
Die Waldgesetze der Länder verbieten offenes Feuer im Wald grundsätzlich. Meist gilt das Verbot auch innerhalb von 100 Metern vom Waldrand. Das ist für Sie besonders wichtig, wenn Ihr Grundstück an einen Wald grenzt oder Sie einen Garten in Waldnähe haben. Auch wenn es sich um privates Gelände handelt, können die landesrechtlichen Vorgaben und örtlichen Anordnungen den Umgang mit Feuer streng regeln.
Rauchen im Wald ist in den meisten Ländern verboten, entweder ganzjährig oder im Zeitraum vom 1. März bis 31. Oktober. Zigarettenkippen sind eine häufige Ursache für Brände, gerade wenn Boden und Gras trocken sind. Deshalb sollte in Waldnähe besonders umsichtig gehandelt werden.
Grillen, Feuerschalen und offene Flammen
Grillen im eigenen Garten ist nicht pauschal verboten, aber es kommt auf die konkrete Situation an. Entscheidend sind die örtlichen Regeln und eventuelle Verbote von Kreis oder Land. Das betrifft auch Feuerschalen, Feuerkörbe und andere offene Flammen. Wenn eine Behörde wegen hoher Brandgefahr ein Feuerverbot ausgesprochen hat, müssen Sie sich daran halten.
Für Grillverbote, Feuerverbote und Waldsperrungen ist nicht der DWD zuständig, sondern der Landkreis oder das Bundesland. Die DWD-Einschätzung kann ein wichtiger Hinweis sein, ersetzt aber keine amtliche Anordnung. Einen Überblick über die Stufen finden Sie unter /waldbrandstufen-erklaert.
Warum der Mensch oft die Ursache ist
Die große Mehrheit der Waldbrände in Deutschland geht direkt oder indirekt auf den Menschen zurück. Häufige Auslöser sind Fahrlässigkeit und Brandstiftung. Blitzschlag kommt zwar vor, ist aber selten die Ursache. Deshalb ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Feuer, Glut und Zigaretten besonders wichtig, auch wenn Sie sich nur im Garten aufhalten.
Wer draußen ein Feuer entzündet, sollte es niemals unbeaufsichtigt lassen und immer darauf achten, dass keine Funken in trockene Bereiche gelangen. Das gilt besonders an Tagen mit erhöhter Waldbrandgefahr und in windigen Lagen.
Besonders gefährdete Regionen und typische Risiken
Brandenburg ist wegen sandiger Böden, ausgedehnter Kiefernwälder, geringer Niederschläge und munitionsbelasteter Flächen das am stärksten betroffene Bundesland. Das zeigt, wie stark die Brandgefahr von natürlichen Bedingungen und historischen Belastungen abhängen kann. Auch andere Regionen können bei Trockenheit schnell betroffen sein.
Wenn Sie in der Nähe eines Waldes wohnen oder einen Garten am Ortsrand haben, achten Sie auf trockenes Gras, Laub und Hecken. Ein kleiner Funke kann bereits ausreichen, um einen Brand zu verursachen. Informieren Sie sich deshalb regelmäßig über die aktuelle Lage auf der /karte und über die Hinweise Ihrer örtlichen Behörden.
Richtig handeln, wenn Sie ein Feuer planen
Bevor Sie im Garten grillen oder eine offene Flamme nutzen, prüfen Sie die amtlichen Vorgaben Ihrer Kommune, Ihres Kreises oder Ihres Bundeslandes. Achten Sie zusätzlich auf die Waldbrandwarnungen des DWD. Wenn ein Grillverbot oder Feuerverbot bekannt gemacht wurde, gilt dieses verbindlich.
Halten Sie außerdem Abstand zu Wald und trockenem Bewuchs. In der Nähe von Waldflächen gelten die Regeln besonders streng. Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich an die Empfehlungen zum Verhalten im Wald und in seiner Nähe zu halten. Praktische Hinweise finden Sie unter /verhalten-im-wald.
Was Sie im Notfall tun sollten
Wenn Sie Rauch oder Feuer bemerken, wählen Sie sofort den Notruf 112. Geben Sie den Standort so genau wie möglich an. In Waldgebieten helfen Rettungspunkte dabei, den Ort schnell zu beschreiben. Das sind nummerierte Schilder an Waldwegen, die im Notfall die Orientierung erleichtern.
Versuchen Sie nur dann zu löschen, wenn Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen. Bei größerem Rauch oder offenen Flammen ist es wichtiger, Hilfe zu alarmieren und andere Menschen zu warnen. Informationen zum richtigen Melden finden Sie unter /waldbrand-melden.
Häufige Fragen
Darf ich im eigenen Garten ein Lagerfeuer machen?
Das hängt von den örtlichen Regeln ab. Ein offenes Feuer kann durch Vorgaben von Landkreis oder Bundesland eingeschränkt oder verboten sein. Entscheidend sind außerdem die aktuelle Brandgefahr und mögliche Abstände zu Waldflächen.
Gilt der DWD-Waldbrandgefahrenindex als Verbot?
Nein. Der Waldbrandgefahrenindex ist eine meteorologische Einschätzung in fünf Stufen. Verbindlich sind Grillverbote, Feuerverbote und Waldsperrungen nur dann, wenn sie von Landkreis oder Bundesland bekannt gemacht werden.
Was ist bei Rauch und Feuer in Waldnähe am wichtigsten?
Rufen Sie bei Gefahr sofort 112 an und nennen Sie Ihren Standort möglichst genau. Nutzen Sie, wenn möglich, Rettungspunkte an Waldwegen. Halten Sie sich außerdem an die Verbote für offenes Feuer und Rauchen in der Nähe des Waldes.