← Alle Artikel

Bodenfeuer, Kronenfeuer, Flugfeuer: die Arten von Waldbränden

16. August 2026

Bodenfeuer, Kronenfeuer, Flugfeuer: die Arten von Waldbränden

Bodenfeuer, Kronenfeuer, Flugfeuer: Was die Begriffe bedeuten

Waldbrände sehen nicht immer gleich aus. Je nachdem, wo ein Feuer im Wald brennt und wie es sich ausbreitet, sprechen Fachleute von Bodenfeuer, Kronenfeuer oder Flugfeuer. Diese Begriffe helfen dabei, die Gefahr besser einzuordnen und das richtige Verhalten zu wählen. Für Sie als Waldbesucher, Anwohner oder Interessierter ist vor allem wichtig zu wissen, dass sich ein kleiner Brand sehr schnell zu einer gefährlichen Lage entwickeln kann.

Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes, kurz DWD, gibt täglich eine meteorologische Einschätzung der Gefahr in fünf Stufen. Er zeigt an, wie leicht ein Feuer unter den aktuellen Wetterbedingungen entstehen und sich ausbreiten kann. Die Grundlage sind Wetterdaten von rund 500 Stationen. In der Waldbrandsaison, die etwa von März bis Oktober reicht, lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die aktuelle Lage, zum Beispiel über unsere Karte.

Bodenfeuer, wenn der Brand am Waldboden beginnt

Beim Bodenfeuer brennt vor allem die Streu am Boden, also trockenes Laub, Nadeln, Gras und anderes leicht entzündliches Material. Diese Feuerart ist häufig der Ausgangspunkt vieler Waldbrände. Sie kann sich anfangs relativ langsam ausbreiten, ist aber keineswegs harmlos. Vor allem bei Trockenheit, Wind und viel brennbarem Material kann ein Bodenfeuer rasch größer werden.

Besonders gefährlich ist, dass ein Bodenfeuer oft lange unbemerkt bleibt. Glut kann sich in den oberen Bodenschichten halten und später erneut aufflammen. Deshalb ist es wichtig, Rauch oder Brandgeruch im Wald immer ernst zu nehmen und sofort zu handeln. Wenn Sie Feuer oder Rauch sehen, wählen Sie bitte umgehend 112.

Kronenfeuer, wenn die Baumkronen betroffen sind

Ein Kronenfeuer betrifft die Baumkronen, also den oberen Bereich der Bäume. Es gilt als besonders gefährlich, weil sich die Flammen dort sehr schnell ausbreiten können. Wenn Feuer in die Kronen übergreift, ist die Lage oft schwer zu kontrollieren. Die Hitze, der Wind und herabfallende brennende Teile erschweren die Brandbekämpfung zusätzlich.

Solche Feuerarten sind für Einsatzkräfte besonders riskant, weil sich die Situation in kurzer Zeit verändern kann. Für Menschen im Wald ist dann vor allem eines wichtig, Abstand zu halten, Fluchtwege freizuhalten und auf Anweisungen der Behörden zu achten. Offenes Feuer im Wald ist nach den Waldgesetzen der Länder grundsätzlich verboten, meist auch innerhalb von 100 Metern vom Waldrand. Informationen zu richtigem Verhalten finden Sie auch auf unserer Seite Verhalten im Wald.

Flugfeuer, wenn Funken neue Brände auslösen

Von Flugfeuer spricht man, wenn brennende oder glühende Teile vom Hauptbrand weggetragen werden und an anderer Stelle neue Brandherde entstehen. Das kann durch Wind geschehen. Flugfeuer ist besonders tückisch, weil sich dadurch mehrere Brandstellen bilden können, auch in größerer Entfernung zum Ursprung des Feuers.

Gerade bei trockenem Wetter ist diese Form der Ausbreitung gefährlich. Ein Feuer, das zunächst klein wirkt, kann so plötzlich weitere Bereiche erfassen. Deshalb sollte im Wald niemals mit offenem Feuer experimentiert werden. Auch Rauchen ist in den meisten Ländern im Wald verboten, ganzjährig oder zumindest vom 1. März bis 31. Oktober. Wer einen Brand bemerkt, sollte nicht selbst eingreifen, sondern die Feuerwehr über 112 alarmieren.

Wie Waldbrände in Deutschland entstehen

Die große Mehrheit der Waldbrände in Deutschland geht direkt oder indirekt auf den Menschen zurück. Häufige Ursachen sind Fahrlässigkeit und Brandstiftung. Blitzschlag ist dagegen selten die Ursache. Das bedeutet: Viele Brände wären durch umsichtiges Verhalten vermeidbar.

Wichtig ist auch, den DWD-Waldbrandgefahrenindex richtig zu verstehen. Er ist eine meteorologische Einschätzung, aber kein Verbot. Ob Grillverbote, Feuerverbote oder Waldsperrungen gelten, entscheiden Landkreis oder Bundesland. Brandenburg und andere Länder haben zudem eigene amtliche Waldbrandstufen. Für Sie heißt das: Die konkrete Regel vor Ort ist immer verbindlich, nicht nur die allgemeine Wetterwarnung.

Warum bestimmte Regionen stärker betroffen sind

Einige Regionen in Deutschland sind besonders anfällig für Waldbrände. Brandenburg ist wegen sandiger Böden, ausgedehnter Kiefernwälder, geringer Niederschläge und munitionsbelasteter Flächen das am stärksten betroffene Bundesland. Dort können sich Brände unter ungünstigen Bedingungen besonders schnell ausbreiten.

Auch in anderen Waldgebieten gilt: Trockenes Material am Boden, dichter Bewuchs und Wind können das Risiko erhöhen. Deshalb ist es sinnvoll, vor dem Waldgang die aktuelle Lage zu prüfen. Auf unserer Seite Waldbrandstufen erklärt finden Sie eine einfache Übersicht zu den amtlichen Stufen und zum DWD-Index.

Richtiges Verhalten bei Rauch oder Feuer im Wald

Wenn Sie Rauch, Flammen oder Brandgeruch bemerken, entfernen Sie sich zügig aus dem Gefahrenbereich und bringen Sie andere Personen mit. Vermeiden Sie Hektik, aber warten Sie nicht ab. Geben Sie den Notruf 112 ab und beschreiben Sie möglichst genau, was Sie sehen.

Im Wald können Rettungspunkte helfen. Das sind nummerierte Schilder an Waldwegen, die im Notfall zur Standortangabe dienen. Wer die Nummer eines Rettungspunktes nennt, erleichtert den Einsatzkräften die Orientierung. Wenn Sie keinen Rettungspunkt kennen, helfen auch markante Wegbeschreibungen. Weitere Hinweise finden Sie auf Waldbrand melden.

Warum Vorbeugung so wichtig ist

Waldbrände lassen sich nicht immer verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Dazu gehört, keine offenen Feuer im Wald zu entzünden, nicht im Wald zu rauchen und nur dort zu grillen, wo es ausdrücklich erlaubt ist. Gerade in der Waldbrandsaison von etwa März bis Oktober sollten Sie besonders aufmerksam sein.

Die schwere Waldbrandkatastrophe in der Lüneburger Heide im Jahr 1975 zeigt, wie dramatisch sich ein Brand entwickeln kann. Damals starben Feuerwehrleute und es verbrannten rund 13.000 Hektar. Solche Ereignisse erinnern daran, wie wichtig Vorsicht, schnelle Meldung und die Beachtung der Regeln vor Ort sind.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bodenfeuer und Kronenfeuer?

Ein Bodenfeuer brennt vor allem in der Streu und am Boden. Ein Kronenfeuer betrifft die Baumkronen. Kronenfeuer breitet sich meist besonders schnell aus und ist deshalb sehr gefährlich.

Ist der DWD-Waldbrandgefahrenindex ein Verbot?

Nein, der Index ist eine meteorologische Einschätzung. Verbindlich sind die Regeln von Landkreis oder Bundesland, zum Beispiel Feuerverbote, Grillverbote oder Waldsperrungen.

Was soll ich tun, wenn ich im Wald Rauch sehe?

Gehen Sie aus dem Gefahrenbereich, warnen Sie andere Menschen und rufen Sie sofort 112 an. Wenn möglich, nennen Sie einen Rettungspunkt oder eine genaue Wegbeschreibung, damit die Einsatzkräfte den Ort schnell finden.

Wie hoch ist die Waldbrandgefahr heute in Ihrem Kreis?

Kreis suchen Karte ansehen

Weitere Artikel